Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Schmerzensgeld

PTBS nach einem Unfall

Nach einem schweren Unfall können sich psychische Folgeschäden viel später auswirken.

Symptome der psychischen Erkrankungen generell bilden sich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aus.

Zu den PTBS Symptomen gehören:

  • Depression, Schlafstörung.
  • Negative Gefühle: Wut, Trauer, Hilflosigkeit, emotionale Gefühlstaubheit
  • Übererregung und Konzentrationsschwierigkeiten

Psychische Erkrankungen haben Auswirkungen auf die Lebensqualität. Unfallopfer mit PTBS -Symptomen brechen oftmals soziale Kontakte ab und können ihren Beruf nicht weiter nachgehen.

Wie hoch ist das Schmerzensgeld beim PTBS?

Die Höhe des Schmerzensgelds wird immer individuell berechnet. Dabei kommt es darauf an,

  •  ob die Lebensqualität eingeschränkt ist
  •  ob das Unfallopfer seinem Beruf nachgehen kann
  • ob die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist
  • ob eine Therapie nötig ist

Posttraumatische Belastungsstörung Schmerzensgeldtabelle

Verletzung Schmerzensgeld Urteil
Traumatisierung mit einzelnen Panikattaken 8. 000 Euro LG Bonn, Urtell 3 O 334/06 von 04.03.2008
Chronischen psychophysischen Erschöpfungszustand 5.000 Euro OLG Hamm, Urteil 6 U 231/99 von 02.04.2001
Massive psychische Beeinträchtigung 7.000 Euro OlG Frankfurt, Urteil 4 U 26/95 von 01.10.2004

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35.000 Euro aufgrund Erhöhung des Schmerzensgeldes wegen mehrerer Verletzungen

Entscheidung OLG Saarbrücken vom 26.02.2015, 4 U 26/14

Bei einer unverschuldeten Begegnungskollision erlitt der Kläger schwere Verletzungen. Der 39-jährige Autofahrer erlitt einen Beckenbruch, einen Bruch des linken Unterarms, einen Bruch der linken Augenhöhle, einen Nasenbeinbruch, eine Lungenquetschung und ein Schleudertrauma 2. Grades.

Die Haftpflichtversicherung des Beklagten zahlte außergerichtlich ein Schmerzensgeld von 11.000 Euro.

Das Landgericht Saarbrücken sprach dem Kläger ein weiteres Schmerzensgeld von 14.000 Euro zu.

Aber das war dem Kläger zu wenig. Berufung wurde eingelegt.

Das Oberlandesgericht erkannte, dass die Unfallfolgen die Lebensqualität des Klägers verschlechtert haben.

Der Kläger erlitt eine leichte Bewegungseinschränkung in der Rotation, eine leichte Verhärtung der Muskulatur infolge des Beckenbruch, eine Einschränkung der Umwendbewegung des Unterarms nach außen, sowie eine ca. 16 cm lange reizlose Narbe am Unterarm. Dazu zeigte sich beim Kläger eine Depression.

Der Kläger befand sich 21 Tage in stationärer Behandlung. Danach erfolgten zwei Monate Rehabilitation. Dann folgte beim Kläger weitere ambulante Krankengymnastik.

Das Oberlandesgericht Saarbrücken hob die Entscheidung des Landgerichts auf und sprach dem Kläger ein Schmerzensgeld von insgesamt 35.000 Euro zu.

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